Die Weltmusik umfasst Mischformen von Musik aus verschiedenen Kulturen. Auch wenn Musik schon immer von kulturellen Begegnungen beeinflusst wurde – bestes Beispiel ist der Jazz – so versucht die Weltmusik meistens westliche und nicht-westliche Musik zusammen zu bringen. Dabei ist es oft auch wichtig, dass die Musiker selbst aus verschiedenen Kulturen kommen und zusammen Musik komponieren und aufführen.
Der Begriff selbst ist schon älter, bereits 1905 wurde er in einem Aufsatz von Georg Capellen verwendet, damals aber eher als Bezeichnung für eine Musik der Zukunft. Die Weltmusik sollte eine über allen Kulturen stehende, allgemein verständliche Musik sein, so wie einst versucht wurde, mit Esperanto eine allgemeine Sprache zu entwickeln.
Blütezeit in den USA
In den 60er Jahren etablierte sich dann in den USA der „World Music“ Begriff, der vor allem Mischformen der Popmusik mit Ethnomusik beschrieb. Damals begannen viele Bands, darunter auch die Beatles, ihre eigene Musik mit indischer Musik zu verbinden. Später führte dies dann auch zu quasi-religiösen und spirituellen Ausprägungen.
In den 80er und 90er Jahren wurde die Weltmusik vor allem in esoterischen Kreisen bekannt, verflachte aber zusehend in ihrer Authentizität. Oftmals wurde lediglich mit fremdartigen Instrumenten sphärische Klänge erzeugt, ohne dass der eigentliche Tonumfang und die kulturelle Verwendung des Instruments eine Rolle spielte.
Eine Sonderform bildete die New-Age-Musik, die in den 70er Jahren populär wurde, allerdings ebenfalls sehr spirituelle Ausprägungen hatte und vor allem in Hippiekreisen beliebt war. Oftmals wird der Weltmusik auch vorgeworfen, die europäische Musik lediglich orientalisiert oder afrikanisiert zu haben. In der Tat sind es meistens westliche Grundformen, die lediglich um andere Musikformen erweitert werden. In asiatischen und afrikanischen Ländern sieht man Weltmusik mit anderen Augen als in den westeuropäischen Kulturen.